Wiege der Ruhrindustrie wird touristische Attraktion
Die “Wiege der Ruhrindustrie”, die St. Antony-Hütte in Oberhausen, wird zu ihrem 250-jährigen Bestehen im kommenden Jahr eine neue Dauerausstellung erhalten. Zusammen mit einem industrie-archäologischen Park soll der Ort des ersten Hochofens bis zum Kulturhauptstadtjahr 2010 zur neuen touristischen Attraktion im westlichen Ruhrgebiet werden. Die seit einem Jahr laufenden wissenschaftlichen Ausgrabungen durch Archäologen des Landschaftsverbandes Rheinland (LVR) unterstützt der MAN Konzern mit einer Spende von 200.000 Euro, weil die St. Antony-Hütte Keimzelle des Unternehmens war. Dies gaben LVR und MAN bei der offiziellen Scheck-Übergabe auf dem Gelände der St. Antony-Hütte bekannt.
Udo Molsberger, Direktor des LVR: “Die St. Antony-Hütte hat als erstes Unternehmen der Schwerindustrie im Ruhrgebiet eine herausragende Bedeutung. Deshalb hat sich der LVR mit seinen Kultureinrichtungen hier besonders engagiert.” Historiker des Rheinischen Industriemuseums haben die Fachleute des Rheinischen Amtes für Bodendenkmalpflege bei den Ausgrabungen begleitet, die nun seit über einem Jahr laufen. Eingebunden bei der Substanzerhaltung des Wohn- und Kontorhauses und bei der Bestimmung der Fabrikationsanlagen sind auch Experten des Rheinischen Amtes für Denkmalpflege. Molsberger: “Die Außensanierung des Gebäudes konnten wir im vorigen Jahr abschließen und die Innensanierung läuft gerade. Eine neue Dauerausstellung zur Geschichte der ersten Eisenhütte des Ruhrgebiets wird 2008 in der St. Antony-Hütte eröffnet. Ein Designbüro ist bereits mit der Gestaltung beauftragt.”
Nach den Worten von LVR-Kulturdezernentin Milena Karabaic plant das Industriemuseum gemeinsam mit der Stadt Oberhausen im Außengelände der St. Antony-Hütte einen industrie-archäologischen Park. Durch die wissenschaftlichen Ausgrabungen seien die meisten Fragen zum Aufbau des Betriebes und zur Anordnung der Aggregate geklärt. Karabaic: “Der Park soll die Fundamente und Mauerreste schützen und zugleich in enger Anbindung an die Ausstellung den Besuchern die Funktionsweise der ersten Eisenhütte des Ruhrgebietes näherbringen. Er wird damit ein besonderes touristisches Highlight auch im Hinblick auf 2010 werden.”
Die Ausgrabungen durch die Archäologen des LVR wurden im Frühjahr 2006 begonnen. Dieser erste Grabungsabschnitt konnte mit Mitteln des LVR, des Ministeriums für Bauen und Wohnen des Landes NRW, mit Unterstützung der Stadt Oberhausen und des Fördervereins des Rheinischen Industriemuseums verwirklicht werden.
Weitere Informationen finden Sie bei der Route der Industriekultur
