Neues im August 07

Hommage an das Ruhrgebiet

Veröffentlicht am Freitag, 31. August 2007 um 20:31

Die Malerin Emilia Fernández geboren in Barcelona und seit über 40 Jahren in Waltrop Zuhause zeigt ihre ganz besondere Sicht auf die alten Zechen, Hochöfen und Maschinenhallen des Ruhrgebiets.

Im alten Magazin der Zeche Waltrop, in den Räumen des Architekturbüros Blanc&Mecklenburg, in der ehemaligen Lampenstube werden vom 09. September 2007 bis zum 13. Oktober 2007 großformatige, farbige Industrielandschaften zu sehen sein. Der Bogen der Bilder spannt sich von Kokerei Zollverein in Essen bis zu den Hochöfen Phoenix in Dortmund. Emilia Fernández hat die Entwicklung des Ruhrgebiets und die Wandlung der Industrie hin zur Industriekultur über Jahrzehnte mit künstlerischem Blick beobachtet und auf
ihrer Leinwand festgehalten.

Die Eröffnung der Ausstellung findet im Rahmen des Tag des offenen Denkmals
am 09. September 2007, 11.00 bis 18.00 statt.

Informationen und Kontakt
ARCHITEKTEN BLANC & MECKLENBURG
Zeche Waltrop
Hiberniastrasse 2
45731 Waltrop
Fon 02309 | 7873-0
plankonzept.com

Kategorien: Veranstaltungen
von S. Hilling

Wer wird Ruhrpottcruiser 2007?

Veröffentlicht am Freitag, 31. August 2007 um 08:35

Boulevardfest lädt alle Cruiser, Chopper, Lowrider und weitere ausgefallene Fahrräder am 1.9.2007 in die Herner City.

Genussvoll durch Herne radeln - das ist das Ziel des Ruhrpottcruises. Ab 11 Uhr sammeln sich die Cruiser auf dem Robert-Brauner-Platz in Herne. Um 12 Uhr startet dann die 25 km lange Rundfahrt. In ca. drei Stunden geht es an Herner Sehenswürdigkeiten und vor allem am Kanal entlang. Danach erwartet die Teilnehmer jede Menge Programm beim Boulevardfest - von Rockmusik über Comedy bis hin zu Jonglage und Zauberei. Highlight des Boulevardfests am
Samstag ist der Auftritt der Väter des Pop-Punks und des Deutschrocks, EXTRABREIT, und das anschließende Höhenfeuerwerk mit Musikuntermalung. Höhepunkt für die Cruiser wird der Pimpcontest sein, bei dem der Ruhrpottcruiser 2007 gekürt wird. Für die, die noch nicht Besitzer eines gepimpten Bikes sind, stehen Cruiser zum Verleih bereit. Neugierige können
die Räder ab ca. 15 Uhr auf dem Robert-Brauner-Platz bestaunen.

Weitere Infos unter boulevardfest.de

Kategorien: Veranstaltungen
von S. Hilling

Dampfzug-Nostalgiefahrten im Ruhrtal und Schienenbusfahrten auf dem “Teckel”

Veröffentlicht am Donnerstag, 30. August 2007 um 08:39

Am kommenden Sonntag steht die RuhrtalBahn wieder unter Volldampf: die nostalgischen Züge mit einer kohlegefeuerten Dampflokomotive sind auf der Stammstrecke zwischen dem Eisenbahnmuseum Bochum-Dahlhausen und Hagen Hbf unterwegs, der Schienenbus brummt zwischen Hagen Hbf und Ennepetal-Kluterthöhle.

Auch bei dem zur Zeit eher kühlen Wetter ist die Fahrt im Nostalgiezug des Eisenbahnmuseums eine Reise wert. Die Dampfheizung zischt zwischen den Wagen und sorgt für gemütliche Wärme. Kleine Speisen und kalte wie warme Getränke gibt’s im mitgeführten Barwagen. Besonders eindruckvoll ist die Mitfahrt auf den offenen Plattformen der “Donnerbüchsen”-Wagen aus den 30er Jahren. Frische Luft umspült die Nase, man hört und sieht die fauchende und zischende Dampflokomotive, Dampfschwaden schweben vorbei. Zum Einsatz kommt eine schwere Güterzuglokomotive der Baureihe 50, die locker die geforderte Geschwindigkeit von 80 km/h schafft.

Die Fahrten beginnen im Eisenbahnmuseum um 8.50, 12.50 und 16.50 Uhr, ab Hagen Hbf geht’s um 10.45, 14.45 und 18.45 am Gleis 2 los. Fahrkarten gibt’s beim Schaffner im Zug, für Kinderwagen und Fahrräder ist genügend Platz im Gepäckwagen von 1921. An den Unterwegshaltestellen kann beliebig aus- und zugestiegen werden, um das schöne und vielseitige Naherholungsgebiet zu besuchen.

Der Schienenbus von 1956 brummt auf der liebevoll mit “Teckel” bezeichneten Strecke von Hagen Hbf nach Ennepetal-Kluterthöhle. Die zwei Betriebstage im vergangenen Jahr zeigten ein reges Interesse in der Bevölkerung, was für fast überfüllte Züge sorgte. Die Schienenbusfahrten auf dem “Teckel” haben Anschluß an die Dampfzugfahrten nach Bochum-Dahlhausen, so dass man die gesamte Strecke vom Eisenbahnmuseum bis zur Kluterthöhle und auch wieder zurück bequem abfahren kann. Abfahrt ab Hagen Hbf ist um 10.48, 12.48, 14.48 und 16.48 Uhr, ab Kluterthöhle um 11.49, 13.49, 15.49 und 17.49 Uhr.

weitere Infos unter: ruhrtalbahn.de

Kategorien: Veranstaltungen
von S. Hilling

Mono im Gasometer

Veröffentlicht am Mittwoch, 29. August 2007 um 08:31

MONO – das ist die Konzertreihe elektroakustischer Musik im Gasometer Oberhausen. Sechs internationale Klangkünstler haben Musik speziell für diesen einzigartigen Raum komponiert. Mit einer Höhe von 117,5 Metern und einem Durchmesser von fast 68 Metern ist der Gasometer ein gewaltiges Monument der Industriekultur. Und: ein fantastischer Klangraum. Sein Grundriss ist nicht rund, wie man meinen könnte, er ist ein 24-Eck. Dadurch entstehen im gigantischen Innenraum beeindruckende Halleffekte und ein vielfaches Echo. Genau diese Eigenschaften, kombiniert mit elektronischen Klängen, machen die MONO-Konzerte zu einzigartigen Klangerlebnissen.
In einem Ideenwettbewerb, ausgeschrieben von der Deutschen Gesellschaft für Elektroakustische Musik (DEGEM e.V.), wurden sechs Projekte ausgewählt, die am besten auf die speziellen Bedingungen im Gasometer eingehen. Eine Vorgabe dabei lautete: es darf nur ein Ton-Kanal - eben “Mono” - für die Musik benutzt werden. Für die Konzerte wird eine leistungsstarke Mono-Tonanlage im Mittelpunkt der Manege im Gasometer aufgebaut. Sie strahlt den Schall senkrecht nach oben ab - die technische Grundlage für ganz neue Klang-Erlebnisse.
Bei sechs MONO-Konzerten an drei Samstagen im September werden die neuen Klang-Werke im Gasometer uraufgeführt: Kompositionen aus den Bereichen “Elektronische Musik”, “Klangkunst” und “Musique concrète”. Alle Aufführungen sind Live-Auftritte der Komponistinnen und Komponisten mit ihren Computern, Synthesizern und elektronischen Geräten unterschiedlichster Art.
Jedes MONO-Konzert wird vom Komponisten und Erfinder dieser Konzertreihe Frank Niehusmann als Moderator begleitet. Durch ihn erfahren die Zuhörer interessante Details über die akustischen Bedingungen des Gasometers sowie über das technische und künstlerische Konzept, das hinter MONO steht. Für Schulklassen und Musiklehrer werden an den Konzerttagen exklusive Workshops angeboten (Anmeldung erforderlich!). Außerdem gibt es dazu für den Musikunterricht eine spezielle Unterrichtseinheit zur Einführung in die elektronische Musik.

08. September 2007
Knut Aufermann + Ge-Suk Yeo + Florian Zwißler + Jobina Tinnemans
Konzert 1: 18.00 Uhr
Konzert 2: 21.30 Uhr

15. September 2007
Ge-Suk Yeo + Florian Zwißler + Hiroki Nishino + Ivo Bol
Konzert 1: 18.00 Uhr
Konzert 2: 21.30 Uhr

22. September 2007
Ivo Bol + Hiroki Nishino + Knut Aufermann + Jobina Tinnemans
Konzert 1: 18.00 Uhr
Konzert 2: 21.30 Uhr

Gasometer Oberhausen im CentrO
Am Grafenbusch 90
46047 Oberhausen
Fon 02 08 | 8 50 37 33
gasometer.de

Kategorien: Veranstaltungen
von S. Hilling

Rund 180 Denkmäler öffnen im Ruhrgebiet ihre Türen

Veröffentlicht am Dienstag, 28. August 2007 um 10:02

Historische Kirchen, versteckte Pilgerstätten und Schatzkammern: Die religiösen Orte des Ruhrgebiets öffnen zum Tag des offenen Denkmals am 9. September ihre Türen. Unter dem Motto “Orte der Einkehr und des Gebets - Historische Sakralbauten” können rund 180 historische Gebäude im Ruhrgebiet an diesem Tag besichtigt und bei Führungen erkundet werden.
Das genaue Programm steht im Internet unter tag-des-offenen-denkmals.de.

Dazu zählt zum Beispiel die Burgruine Isenburg in Hattingen, die 1193 von Erzbischof Adolf von Köln und seinem Bruder erbaut wurde. Hier kann das Burggelände und das Burgmuseum besichtigt werden.
In Essen werden zahlreiche Kirchen ihre Pforten für die Öffentlichkeit öffnen, darüber hinaus kann aber auch ein “lebendiges Denkmal”, die historische Gartenstadt Margarethenhöh, bei einer Führung genauer erforscht werden.
Zu den weiteren Höhepunkten des Tages zählt zum Beispiel die Synagoge der jüdischen Kultusgemeinde in der Dortmunder Innenstadt. In Führungen durch einen Religionslehrer der Gemeinde werden die Architektur des 1956 geweihten Gebäudes und seine bedeutenden Raumelemente erläutert. Bundesweit sind rund 9.500 Bauwerke in mehr als 3.000 Städten zu besichtigen.

Kategorien: News
von S. Hilling

Kathedralen und Karikaturen - deutsch-polnische Geschichte im Bild

Veröffentlicht am Montag, 27. August 2007 um 09:35

Vortrag im LWL-Industriemuseum Zeche Hannover

Bochum (lwl). Bilder und Gebäude können Geschichten erzählen - das zeigt ein Vortrag am kommenden Donnerstag, 23. August, um 19.30 Uhr auf der Zeche Hannover in Bochum. Dr. Thomas Parent vom LWL-Industriemuseum wird unter der Überschrift “Kathedralen und Karrikaturen” ein Stück deutsch-polnischer Geschichte aufrollen. Die Veranstaltung findet im Rahmen der aktuellen Ausstellung “Westfalczycy - Ruhrpolen” statt, die der Landschaftsverband
Westfalen-Lippe (LWL) am Freitag in seinem Bochumer Industriemuseum eröffnet hat. Die Ausstellung kann vor Beginn des Vortrages besichtigt werden. Der Eintritt ist frei.

Der Referent bringt viele Bildquellen mit, darunter auch historische Ansichtskarten mit deutschen und polnischen Aufschriften. Örtliche Motive wie Bergarbeiterkolonien oder Gaststätten sind darauf abgebildet, aber auch auch politische Karikaturen haben auf dem Medium Ansichtskarte ihre Verbreitung gefunden.

Außerdem stellt Thomas Parent Baudenkmale mit ruhrpolnischer Geschichte vor. So gab es eine Reihe katholischer Kirchen, in denen Anfang des 20. Jahrhunderts Polnischsprechende den Großteil der Mitglieder stellten.
Ebenso bei den Belegschaften der sogenannten “Polen-Zechen”, die ebenfalls Thema am Vortragsabend sein werden.

Die Ausstellung “Westfalczycy - Ruhrpolen” läuft noch bis 28. Oktober im LWL-Industriemuseum Zeche Hannover.

LWL-Industriemuseum
Zeche Hannover
Günnigfelder Straße
Bochum-Hordel
Fon 02 31 | 6 96 12 30
Öffnungszeiten: Do 14-20 Uhr, Fr / Sa 14-18 Uhr, So 11-18 Uhr.

Kategorien: Veranstaltungen
von S. Hilling

Auf nach Münster - mit dem Schienenbus der RuhrtalBahn!

Veröffentlicht am Freitag, 24. August 2007 um 09:31

Am Samstag, den 22. September, brummt der nostalgische Schienenbus vom
Revier ins westfälische Münster.

Ziel der Sonderfahrt ist die Hauptstadt Westfalens, aber schon der Weg dahin ist bei dieser Fahrt besonders interessant. Über Güterzug- und S-Bahngleise fährt der Sonderzug vom Eisenbahnmuseum Bochum-Dahlhausen zum beliebten Ausflugsziel. In Münster wird an diesem Samstag sehr viel los sein, denn neben dem bekannten Wochenmarkt endet die nur alle 10 Jahre
stattfindende Skulpturausstellung im September.

Die Sonderfahrt mit dem nostalgischen Schienenbus “VT98″ aus dem Jahre 1960 beginnt gegen 9 Uhr am S-Bahnhof in Bochum-Dahlhausen. Weitere Zusteigemöglichkeiten sind in Essen Hbf (9:15 Uhr), Essen- Borbeck (9:25), Bottrop Hbf (9:35), Gladbeck West (9:45), Gelsenkirchen- Buer Nord (9:55) und Haltern am See (10:20).

In Kooperation mit der Münsteraner Stadtrundfahrten GmbH bieten sich in Münster zwei neue Angebote. Die Stadtrundfahrten auf der Straße beginnen am Domplatz und zeigen die schönsten Sehenswürdigkeiten der Stadt in einer Stunde.

Als besondere Attraktion finden an diesem Samstag erstmals auch “Münsteraner Stadtrundfahrten auf der Schiene” statt. Insgesamt sind drei Rundfahrten über die sonst nur dem Güterverkehr dienende Umgehungsbahn um den Hauptbahnhof sind vorgesehen. Die Abfahrten am Münsteraner Hauptbahnhof finden gegen 11:30, 13:00 und 14:30 Uhr statt.

Die Fahrkarten kosten für den Sonderzug nach Münster (Hin- und Rückfahrt) für Erwachsene 20 Euro, Kinder (6-14 J.) 10 Euro und Familien zahlen für 2 Erw. und eigene Kinder bis 14 J. 45 Euro. Die Rundfahrten in Münster auf Schiene oder Straße kosten für Erwachsene 7,50 Euro, Kinder (6-14 J.) 4 Euro und Familien zahlen für 2 Erw. und eigene Kinder bis 14 J. 16 Euro.

Die Rückfahrt ab Münster Hbf zurück ins Revier für 16:30 Uhr geplant.

Fahrplan, Reservierungen und weitere Infos beim RuhrtalBahn- Info- Telefon 01801-66 009907 52 oder im Internet unter ruhrtalbahn.de.

Kategorien: Veranstaltungen
von S. Hilling

Bigos im Pott - Buch “Polen - Ruhr” erzählt neuere Geschichte der Zuwanderung

Veröffentlicht am Donnerstag, 23. August 2007 um 09:54

Dortmund (lwl). In den letzten Jahren hat sich im Ruhrgebiet ein bemerkenswertes polnisches Kulturleben entwickelt. Ähnlich wie vor 100 Jahren finden sich in fast allen Städten des Reviers wieder polnische Geschäfte, Zeitungen, Gottesdienste, Freizeitangebote und Restaurants:
Bigos, das polnische Nationalgericht, bereichert den Speisezettel des Reviers. In einer neuen Publikation blickt das LWL-Industriemuseum auf die lange und nicht immer einfache deutsch-polnische Migrationsgeschichte im Ruhrgebiet zurück. Der Landschaftsverband Westfalen-Lippe (LWL) gibt das Buch anlässlich einer Sonderausstellung heraus, die das Industriemuseum am 17. August auf der Zeche Hannover in Bochum eröffnet.

“Polen - Ruhr” beginnt mit einer Überblicksdarstellung von Susanne Peters-Schildgen zur Geschichte und Forschungslage der Zuwanderung ins Ruhrgebiet. Die erste große Zuwanderungswelle erfolgte während der Hochindustrialisierung nach der Reichsgründung von 1871. Dabei spielten Polen eine besonders wichtige Rolle.

Die Stadt Bochum entwickelte sich um 1900 zum organisatorischen Zentrum der sogenannten “Ruhrpolen”. Hier waren die bedeutendsten polnischen Organisationen - religiöse Vereine, Gewerkschaften, Berufsorganisationen und Verlage - ansässig.

Mit den noch wenig erforschten Nachfahren der Ruhrpolen, die nach dem Ersten Weltkrieg nicht ins neu gegründete Polen zurück oder in die französischen und belgischen Industriereviere weiter wanderten, sondern im Ruhrgebiet blieben, befasst sich Valentina Maria Stefanski. Sie schlägt zudem einen Bogen von diesen freiwilligen und mittlerweile heimisch gewordenen Zuwanderern zu den zwischen 1939 und 1945 im Revier eingesetzten Zwangsarbeitern.

Viele ehemaligen Zwangsarbeiter aus Polen blieben nach dem Zweiten Weltkrieg als Displaced Persons (DPs) in Deutschland zurück. Dietmar Osses beschreibt ihr Schicksal anhand des temporären DP-Lagers in Haltern und der Siedlung Dortmund-Eving, die 1951 als dauerhafte Bleibe für die Displaced Persons vom Land Nordrhein-Westfalen mit Gelder der Vereinten Nationen errichtet wurde.

Die deutschen Vertriebenen nach dem Krieg setzten neue Akzente in der Zuwanderungsgeschichte des Reviers, wie Dagmar Kift in ihrem Beitrag zeigt.
Jetzt kamen keine Polen ins Revier, sondern Deutsche aus Schlesien, Pommern und Ostpreußen - Gebieten, die nach dem Krieg Polen zugeschlagen wurden.
Den Flüchtlingen und Vertriebenen folgten in einer ersten Ausreisewelle in den 1950er Jahren die Aussiedler. Eine zweite Zuwanderungswelle von (Spät-) Aussiedlern setzte in den 1980er Jahren ein, dazu kamen die Solidarnosc-Flüchtlinge. Wie Veronika Grabe und Andrzej Kaluza zeigen, haben diese sogenannten Polnischsprachigen heute ein engmaschiges Netz an Organisationen, Verbänden und kulturellen Einrichtungen aufgebaut. In der Bundesrepublik leben heute schätzungsweise zwei Millionen “Polnischsprachige”, die meisten von Ihnen im Ruhrgebiet und in Berlin.

Eine Sondergruppe der heutigen Zuwanderer aus Polen bilden die sogenannten “Pendelmigratinnen”, die im Revier vorwiegend in privaten Haushalten oder in der Betreuung älterer Menschen tätig sind. Ihre Arbeits- und Lebensbedingungen, Wertesysteme und Identitätsvorstellungen sind Gegenstand eines an der Universität Dortmund angesiedelten Forschungsprojektes, das Sigrid Metz-Göckel vorstellt.

Mit den drei abschließenden Beiträgen wirft der Band einen Blick auf das deutsch-polnische Verhältnis generell. Wie berichten die jeweiligen Medien über ihre Nachbarn? Mit welchen alten oder auch neuen Stereotypen arbeiten sie? Diesen Fragen geht Magdalena Bernacki in ihrer Analyse der wichtigen deutschen und polnischen Wochenschriften nach.

Das lange und meist schwierige Verhältnis zwischen Polen und Deutschland beleuchten Thomas Urban, Warschauer Korrespondent der Süddeutschen Zeitung, aus der deutschen und Krzystof Ruchniewicz, Leiter des Willy-Brandt-Zentrums für Deutschland- und Europastudien an der Universität Breslau, aus der polnischen Perspektive. Sie gehen dabei bis ins 18. Jahrhundert zurück und dokumentieren die Komplexität einer langen gemeinsamen und schwierigen Geschichte zweier benachbarter Staaten, die sich - trotz aller gegenwärtigen Dissonanzen - einander anzunähern
beginnen.

Der abschließende Katalogteil von Dietmar Osses und Ludwika Gulka-Höll gibt einen Überblick über die Ausstellung “Westfalczycy - Ruhrpolen. Zuwanderer aus Polen im Ruhrgebiet 1871 bis heute”, die das LWL-Industriemuseum vom 17.8. bis 29.10.2007 auf der Zeche Hannover in Bochum zeigt.

Dagmar Kift, Dietmar Osses (Hg.): Polen - Ruhr. Zuwanderungen zwischen 1871
und heute (= LWL-Industriemuseum Quellen und Studien Band 14), 164 S.,
zahlreiche, meist farbige Abbildungen. Klartext Verlag Essen, ISBN
3-89861-851-X, 14,90 EUR

Kategorien: News
von S. Hilling

“Kanalkröpper” im Schiffshebewerk - Film zeigt das alltägliche Treiben am Rhein-Herne-Kanal

Veröffentlicht am Mittwoch, 22. August 2007 um 09:30

Waltrop (lwl). Wie war das Leben am Rhein-Herne-Kanal vor 70 Jahren? Was hat sich gegenüber heute verändert? Über diese Fragen gibt ein Filmabend Aufschluss, zu dem der Landschaftsverband Westfalen-Lippe (LWL) am Dienstag, 28. August, um 19.30 Uhr in sein Industriemuseum Schiffshebewerk Henrichenburg einlädt.

Der Rhein-Herne-Kanal wurde 1914 eröffnet und entwickelte sich im Zuge der aufblühenden Montanindustrie schnell zu einem der verkehrsreichsten Kanäle Deutschlands. Ebenso schnell entdeckten die Anwohner seinen Freizeitwert.
Ein unter Jugendlichen schon seit Generationen beliebter (und von der Wasserschutzpolizei geahndeter) Sport ist das Entern der vorbeifahrenden Lastkähne und das Springen von den Brücken. “Kanalkröpper” nannten sich in den 1930er und 40er Jahren die Jugendlichen, die so ihre Freizeit verbrachten - und bewiesen damit Selbstironie. Denn “Kröpper” ist die ruhrgebietstypische Bezeichnung für minderwertige Tauben.

Der Diplom-Pädagoge Dr. Michael Maas aus Essen hat als Fahrradfahrer die Atmosphäre am Kanal kennen und schätzen gelernt und mit seiner Videokamera die besondere Atmosphäre und das vielfältige Treiben am Kanal an heißen Sommertagen filmisch dokumentiert. Dabei interessierte ihn auch der historische Vergleich. Ziel seines Filmes ist es, eine lebendige und für das Ruhrgebiet typische Alltagskultur in ihrer heutigen Ausprägung und in ihrer geschichtlichen Entwicklung zu dokumentieren.

Der etwa 50-minütige Film wirde im Rahmen des Videofestivals “Blicke aus dem Ruhrgebiet” ausgezeichnet. Museumsleiter Herbert Niewerth freut sich, ihn in der Maschinenhalle des Schiffshebewerkes vorführen zu können. Interessierte Besucher sind herzlich willkommen. Der Eintritt ist frei.

LWL-Industriemuseum
Schiffshebewerk Henrichenburg
Am Hebewerk 2
45731 Waltrop
Fon 0 23 63 | 9 70 70

Kategorien: Veranstaltungen
von S. Hilling

Tag des offenen Denkmals

Veröffentlicht am Dienstag, 21. August 2007 um 10:06

Am 9.9.2007 findet der diesjährige Tag des offenen Denkmals statt. Das gesamte Programm finden Sie im Internet unter www.tag-des-offenen-denkmals.de.
Alle Veranstaltungen in NRW gibt es auch als pdf-Download bei der Route der Industriekultur.

Kategorien: News
von S. Hilling