Veröffentlicht am Mittwoch, 19. März 2008 um 06:27
Am Freitag, 14. März 2008, um 11 Uhr startete das Welterbe Zollverein in “neue Dimensionen”. Im Auditorium der Zollverein School schalteten Prof. Heinz-Jürgen Przybilla, Hochschule Bochum, Fachbereich Vermessung und Geoinformatik, Labor für Photogrammetrie, und Barbara Wendling, Entwicklungsgesellschaft Zollverein, ein neues interaktives Online-Angebot frei, das Besuchern der Internetplattform Google Earth 3D-visualisierte Bilder des Welterbes Zollverein liefert. Gemeinsam mit dem Entwicklerteam, demonstrierten sie die Anwendung und gaben einen Ausblick auf die weiteren Möglichkeiten. Neben dem online-Angebot auf Google Earth haben die Wissenschaftler zusätzliche multimediale Angebote zum Beispiel für Mobiltelefone und Handhelds entwickelt, die spektakuläre virtuelle Rundflüge über das 100 Hektar große Areal der ehemaligen Zeche und Kokerei erlauben. Die entsprechenden Dateien sind seit heute über ruhrzeiten.de verfügbar.
Rund sieben Monate Entwicklungsarbeit haben die Wissenschaftler der Bochumer Hochschule in dieses Projekt investiert. Zunächst haben Britta Kempken und Christina Behrens die mehr als 100 markanten Gebäude auf Schacht XII, Schacht 1/2/8 und auf der Kokerei vermessen, mittels der Photogrammetrie, einem Verfahren, dass die Daten von Gebäuden und Flächen aus Photographien errechnet. Auf Basis dieser Daten wurden mit einem CAD-Programm die Gebäude virtuell maßstabsgetreu errichtet und minutiös mit Texturen, Fenstern und weiteren Details versehen. Im nächsten Schritt wurden diese Daten in Google Earth importiert.
Entstanden ist ein vollständiges Abbild Zollvereins, das mit vielen wertvollen Hinweisen zur Geschichte der Gebäude und ihrer heutigen Nutzung den Gästen einen virtuellen Rundgang – oder wer es etwas spektakulärer mag einen Rundflug – in beeindruckender Qualität ermöglicht.
So ist die 3D-Visualisierung Zollvereins wesentlicher Bestandteil des Projektes „Archäologische Ruhrzeiten“ (ruhrzeiten.de). Aus Anlass der Kulturhauptstadt 2010 wollen die drei Stadtarchäologien Essen, Dortmund und Duisburg gemeinsam mit der Hochschule Bochum ein digitales Visualisierungsprojekt zu ausgewählten Themen der Archäologie und Geschichte entlang des Hellwegs initiieren. Im Mittelpunkt der geplanten Präsentationen sollen archäologische Projekte stehen, anhand derer mit großen Schritten die historische Zeitachse des Ruhrgebietes von der Vorgeschichte bis zur Gegenwart durchschritten werden soll. Das gewählte Verbreitungsmedium, die Internet-Plattform Google Earth, gewährleistet weltweit allen an der Geschichte des Ruhrgebietes Interessierten einen mühelosen Zugang und stärkt die Präsenz der Geschichtswissenschaften im Bereich der neuen Medien.
von S. Hilling